Orthomolekulare Medizin

Die Versorgung mit Mikronährstoffen ist von elementarer Bedeutung.

So kann zum Beispiel ein Eisenmangel vielerlei Symptome erzeugen wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Depressionen, Kopfschmerzen, neurologische Defizite und Muskelerkrankungen.

Aber auch z.B. Vitamin D, Selen, B-Vitamine und Zink sind für eine reibungslose Zellfunktion essentiell und sollten daher im Blut bestimmt werden.

Hierzu steht uns eine breite Palette von Aminosäuren, Vitaminen und Spurenelementen zur Verfügung, die wir in Form von qualitativ sehr hochwertigen Infusionen (Eigenherstellung bei Curafaktur Heilbronn) verabreichen.

Oftmals reicht eine orale Substitution mit Nahrungsergänzungsmitteln aus. In bestimmten Situationen (z.B. schwere Mangelzustände, gestörte Aufnahme über den Darm, schlechter Allgemeinzustand) kann jedoch eine intravenöse Substitution durch Infusionen sinnvoll sein. Dadurch können viel höhere Konzentrationen erreicht werden und die Stoffe sind sofort verfügbar. 

Eisenzentrum

Eisenmangel ist eine der häufigsten Ursachen von Energiemangel. Viele Frauen leiden bis zur Menopause an einem sog. Eisenmangelsyndrom. Aber auch bei Männern, die starken Stressoren (z. B. Leistungssport) ausgesetzt sind, kann es zum Eisenmangel kommen.

Die Symptome des Eisenmangelsyndroms sind klassischerweise Müdigkeit, Leistungsabfall und Depressivität. Ein Eisenmangel kann aber auch Kopfschmerzen, Nackenverspannungen, Schwindel, Schlafstörungen, Haarausfall und brüchige Nägel verursachen. Erst wenn ein schwerer Eisenmangel besteht, kommt es zur Blutarmut (Anämie).

Eisen hat im menschlichen Körper
viele lebenswichtige Funktionen:

  • Sauerstofftransporter in den roten Blutkörperchen
    (Hämoglobin)
  • Sauerstoffvorrat in der Muskulatur
    (Myoglobin)
  • Baustein der in der Leber gebildeten sog. Cytochrome
    (Entgiftungsenzyme)
  • Teil der Atmungskette in den Mitochondrien
    (Energiekraftwerke der Zelle) und dadurch
    Grundvoraussetzung für die Energiebildung im Körper.
  • Wichtig für das Immunsystem.
    Ferritin ist an der Immunabwehr beteiligt.
  • Essentiell für die Zellteilung
    (Wachstum, Regeneration)
  • Wichtig für das Gehirn.
    Eisen wird für die Bildung der sog. Myelinschicht
    zum Schutz der Nervenfasern benötigt.

Eisenmangel wird im Blut durch eine Bestimmung des Ferritinwertes (Eisenspeicher) festgestellt.

Der Ferritinwert, ab dem man sich wohlfühlt, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Unserer Erfahrung nach sollte ein Ferritinwert von mindestens 50 ng/ml, besser von über 100 ng/ml angestrebt werden. Es gibt aber auch Menschen, die sich mit Ferritinspiegeln von 150-200 ng/ml am besten fühlen. Die meisten Männer haben Ferritinwerte zwischen 150 und 350 ng/ml. Wir bestimmen den Ferritinwert direkt im Labor unserer Praxisklinik und können nach kurzer Zeit feststellen, ob eine Eiseninfusion indiziert ist oder nicht.

Eisen im Serum hat keine klinisch verwertbare Aussagekraft, da es im Tagesverlauf sehr stark schwankt.

Da Eisen über den Darm nur sehr schlecht aufgenommen wird, ist es kaum möglich, einen Eisenmangel über Kapseln auszugleichen. Zum einen dauert es sehr lange, zum anderen vertragen viele Menschen die Eisenkapseln schlecht. Optimale Ferritinwerte sind auf diese Weise nicht zu erreichen. Wenn ein Ferritinmangel besteht, können schon 2-3 Eiseninfusionen „wahre Wunder“ bewirken.

Viele Regulationsprozesse laufen nur mit einer ausreichenden Versorgung mit Eisen ab. Auch andere therapeutische Maßnahmen wirken bei guten Ferritinwerten besser und werden besser vertragen.

Wir führen Eiseninfusionen ausschließlich mit Eisen(III)oxid-Sacharose durch, da hierbei das Risiko einer allergischen Reaktion um das 25-fache geringer ist als bei anderen Eiseninfusionen (z. B. Ferinject). In unserer Praxisklinik gab es noch nie eine allergische Reaktion auf eine Eiseninfusion, obwohl wir seit Jahren täglich viele Eiseninfusionen verabreichen.

Ernährungsmedizin

Man ist, was man isst …

Nahrungsmittel sollen reich an Vital- und Ballaststoffen, und möglichst ganz aus biologischem Anbau sein. Eine gesunde Ernährung ist neben körperlicher Aktivität für jeden Gesundungsprozess unabdingbar. Aber auch die Freude am Essen und der soziale Aspekt des Essens miteinander ist wichtig.

Wissenswertes über Ernährung:

Unsere Enährungsempfehlung basiert auf den neuesten Erkenntissen aus der Forschung. Vergessen Sie aber nicht, dass Essen mehr ist als reine Nahrungsaufnahme. Eine zu strikte Ernährungsweise kann sehr anstrengend sein, für Sie und Ihr Umfeld! Es dürfen am Ende der Genuss und die Freude am Essen nicht verloren gehen.

  • Verdauung fängt beim Kauen an. Nehmen Sie sich Zeit, kauen Sie gut und essen Sie mit Genuss.
  • Jede Form einer extremen Diät ist nicht sinnvoll und führt langfristig zu Mangelzuständen.
  • Strikte Verbote führen zu Frust und einem Verlust von Lebensqualität. Ausnahmen sind für die meisten Menschen wichtig.
  • Zucker und andere schnell verwertbare Kohlenhydrate verschlechtern die Struktur und die Funktion der extrazellulären Matrix, u. a. durch Übersäuerung. Darüber hinaus wird die Darmflora durch Zucker geschädigt, was sich negativ auf die Aktivität des Immunsystems auswirkt. Kohlenhydrate, die reich an Ballaststoffen sind (z. B. Vollkorn) sind Nahrung für viele für das Darmmikrobiom äußerst wichtige Bakterienstämme. Kohlenhydrate sind als Energielieferant wichtig, sollten aber v. a. in Form von komplexen Kohlenhydraten, z.B. in Vollkornprodukten und Gemüse, zu sich genommen werden.
    Obst ist lecker, man sollte es aber in Maßen genießen, da es v. a. Fruktose enthält, einem sehr schnell verwertbaren Zucker, das in großen Mengen z.B. zu einer Leberverfettung führt und Diabetes begünstigen kann.
  • Tierisches Eiweiß wird sauer verstoffwechselt und verstärkt ab einer bestimmten Menge die Übersäuerung des Gewebes. Zudem nehmen wir über tierische Produkte (auch Milchprodukte) Wachstumsfaktoren wie z.B. IGF-1 zu uns, welche zu Übergewicht führen können und bei Krebs das Wachstum der Krebszellen fördern kann.
  • Ein Übermaß an gesättigten Fettsäuren, die vor allem in Butter, Käse, fettem Fleisch und Wurst vorkommen, ist entzündungsfördernd.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten bei gestörter Darmbarriere unterhalten und verstärken die chronische Entzündung der Darmschleimhaut (silent inflammation) mit der Folge einer Milieustörung und einer Störung der Immunkompetenz.
    Daher untersuchen wir Nahrungsmittelunverträglichkeiten im Blut und empfehlen gegebenenfalls, auf die entsprechenden Nahrungsmittel zu verzichten, bis die Darmbarriere wiederhergestellt ist.
  • Alkohol schädigt direkt die Darmflora, wird zu Zucker abgebaut, fördert stark die Ausschüttung von Insulin und blockiert damit die Fettverbrennung. Außerdem ist es ein starkes Zellgift und fördert die Übersäuerung.

Die Ernährung sollte reich an Vital- und Ballaststoffen, an hochwertigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (v. a. Omega-3-Fettsäuren) und arm an tierischem Eiweiß und schnell verwertbaren Kohlenhydraten sein. Wir erstellen für Sie einen individuellen Ernährungsplan.

Sanierung des gestörten Darmmilieus

„Der gesunde Darm ist die Wurzel aller Gesundheit“ (Hippokrates).

Tatsächlich sehen auch wir regelmäßig einen Zusammenhang zwischen dem Milieu der Darmflora und unserem psychisches und körperlichen Wohlbefinden. Umgekehrt kann ein gestörtes Darmmilieu z. B. Auswirkungen auf die Funktion des Immunsystems haben und die Entstehung von Krankheiten begünstigen.

In den letzten 10 Jahren war der Wissenszuwachs in kaum einem anderen Gebiet der Medizin so groß wie im Bereich der Erforschung des Mikrobioms. Als Mikrobiom des Darms bezeichnet man die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die den Darm besiedeln.

Heute ist es möglich, durch eine Genanalyse des Stuhls alle ca. 500 verschiedenen Spezies, die im Darm leben, zu bestimmen. Hierdurch bekommen wir sehr wertvolle Informationen über die Zusammensetzung unserer „Mitstreiter“, deren Anzahl übrigens 100mal größer ist als die Anzahl körpereigener Zellen.

Diese Bakterien haben viele Aufgaben: Sie stimulieren das Immunsystem, sie entgiften (der Darm ist das größte Entgiftungsorgan, nicht die Leber oder die Niere!), sie entsäuern, bilden Vitamine und ernähren die Darmschleimhaut. Manche Bakterienstämme können aber auch schädlich für den Menschen sein und z. B. Toxine bilden, was zu Müdigkeit, Depressivität und sogar zur Demenz führen kann.

Es ist also von allerhöchster Wichtigkeit, dass wir mit den „richtigen“ Bakterien zusammenleben. Diese bilden einen Bakterienrasen, gut vergleichbar mit dem Rasen im Garten. Vor allem Bacteriodetes, Laktobazillen und Bifidobakterien verdrängen schädliche Bakterienstämme. Sie bilden die sog. Darmbarriere.

Ist die Darmbarriere gestört (sog. Leaky-Gut-Syndrom), können fälschlicherweise Nahrungsbestandteile mit dem darmassoziierten Immunsystem in Kontakt kommen und dieses übermäßig aktivieren: Eine chronische Entzündung der Darmschleimhaut (silent inflammation) ist die Folge. Chronische Entzündungsprozesse fördern eine Vielzahl chronischer Erkrankungen bis hin zum Krebs. Sie kosten aber auch Energie und sind durch eine verminderte Leistungsfähigkeit spürbar. Da es sich um einen schleichenden Prozess handelt, nehmen wir diesen Energiemangel oft erst sehr spät war, da wir uns an ihn gewöhnt haben.

Eine chronische Entzündung der Darmschleimhaut kann durch eine Stuhlanalyse festgestellt werden (siehe „Diagnostik“).

Wichtigste Maßnahme für eine Darmsanierung ist eine entzündungshemmende Ernährungsweise. Hierbei müssen für einige Monate diejenigen Nahrungsmittel gemieden werden, die sich in der Blutanalyse als unverträglich erwiesen haben.

Grundsätzlich sind folgende Nahrungsmittel
während der 6-wöchigen Darmkur zu meiden:

  • Freier Zucker
  • Milchprodukte
  • Weizen
  • Obst in großen Mengen
  • Fisch und Fleisch in großen Mengen
  • Wurst
  • Alkohol

Zusätzlich stellen wir je nach Mikrobiomanalyse eine Therapie mit Prä- und Probiotika, Aminosäuren, Lezithin, etc. zusammen, die zusammen helfen, die Darmschleimhaut zu regenerieren.

Sie werden sehen, dass Sie sich schon nach wenigen Wochen viel besser fühlen. Nach 6 Wochen kann die Ernährung langsam wieder erweitert werden.

Adresse

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PRAXISKLINIK DR. GASSMANN
Parkweg 2  •  79244 Münstertal

– bei Freiburg im Breisgau –

Sprechzeiten

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Mo + Mi  8.30-18.00 Uhr
Di + Do + Fr   8.30-15.00 Uhr

− sowie nach Vereinbarung −

Kontakt

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+49 (0)7636 / 1488