Integrative Schmerztherapie

Chronischer Schmerz kann unterschiedliche Ursachen haben. Grundsätzlich unterscheidet man Schmerzen, die im Bewegungsapparat entstehen (z.B. durch Arthrose) von Schmerzen, die primär entzündlich bedingt sind (z. B. die rheumatoide Arthritis).

Bei der Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Schmerzen ist die Übersäuerung des Gewebes von wesentlicher Bedeutung.

Im sauren Milieu senden Schmerzrezeptoren ein vielfach stärkeres Signal als bei einem normalen pH-Wert. Darüber hinaus spielt die Belastung durch Umweltgifte (z. B. Schwermetalle) und die dadurch entstehende Entzündungsreaktion sehr häufig eine entscheidende Rolle.

Ein anderer wichtiger verstärkender Faktor ist die gestörte Balance des vegetativen Nervensystems. Bei einem Überwiegen des Sympathikus* werden Schmerzsignale verstärkt ins zentrale Nervensystem weitergeleitet und dort auch stärker wahrgenommen.

Auch Mangelzustände (z.B. Hormonmangel in der Menopause) können die Entstehung chronischer Schmerzen begünstigen.

Durch die vielfältigen Ursachen von chronischen Schmerzen ist ein multimodaler Ansatz bei der Therapie unerlässlich.

In unserer Praxisklinik haben sich folgende Ansätze seit Jahren bewährt:

Ausleitung von Toxinen

Schwermetalle und andere Giftstoffe führen zu einer chronischen Entzündungsreaktion im Körper und können dadurch eine Schmerzerkrankung auslösen und der Grund für den Mißerfolg bisheriger Therapien (z. B. der Physiotherapie) sein. Des Weiteren schädigen Toxine die Funktion der Mitochondrien (Energiekraftwerke der Zellen), was zu einer Verschlechterung des Zellstoffwechsels und zu einer Zunahme der Muskelspannung führt. Beides sind indirekte Faktoren, die zur Schmerzverstärkung führen.

Die Ausleitung von Schwermetallen erfolgt mittels der sog. Chelattherapie in Verbindung mit der Vitalfeldtechnologie und begleitenden Infusionen. Auf diese Weise ist die Behandlung ausgesprochen gut verträglich.

Entzündungshemmung mittels biologischer Wirkstoffe

Neben primär entzündlichen Erkrankungen wie z. B. der rheumatoiden Arthritis haben auch viele orthopädischen Erkrankungen eine entzündliche Komponente. So besteht z. B. bei einer aktivierten Arthrose eine lokale Entzündung. Die Behandlung der Entzündung hat bei chronischen Schmerzen neben der Entsäuerung Priorität.

Wir setzen folgende entzündungshemmenden Substanzen in der Praxis ein:

  • Procain-Basen-Infusionen: Das „Zaubermittel“ aus der Neuraltherapie ist Procain (s. u.). Neben einer starken Entzündungshemmung hat Procain auch einen sehr guten durchblutungsfördernden und entsäuernden Effekt. In Kombination mit Natriumbicarbonat (Basenpuffer) ist Procain seit vielen Jahren die Standardinfusion unserer Schmerztherapie. Eine Weiterentwicklung ist ProcCluster, eine Verbindung aus beiden Wirkstoffen, die erst im übersäuerten Gewebe freigesetzt wird und daher einen zielgerichteten und besonders anhaltenden Effekt hat.
  • Vitamin-C-Infusionen: Neben der entzündungshemmenden Wirkung schützt Vitamin C die Zellen vor oxidativem Stress, der bei jeder chronischen Entzündung ein zusätzlicher Belastungsfaktor ist.
  • Alpha-Liponsäure: entzündungshemmend und antioxidativ, entgiftend und neuroregenerativ. Gerade bei Schmerzen mit einer neuropathischen Komponente eine wichtige Therapie. Es hilft uns, Medikamente wie „Lyrica“ abzusetzen oder zumindest in der Dosis erheblich zu reduzieren.
  • Curcumin: hemmt mit NF-kappa-B einen zentralen Entzündungspromotor. In seiner entzündungshemmenden Wirkung mit Voltaren (Diclofenac) vergleichbar, aber ohne gefährliche Nebenwirkungen und somit auch problemlos als Dauermedikation einsetzbar.
  • Weihrauch: hemmt die 5-Lipoxygenase (proinflammatorisches Enzym) und wirkt daher ähnlich wie Cortison, ohne jedoch dessen Nebenwirkungen zu haben.
  • Omega-3-Fettsäuren: kommen in unserer Ernährung zu wenig vor und sollten ebenfalls zugeführt werden, da sie auch stark entzündungshemmend und antioxidativ wirken.
  • weitere entzündungshemmende Wirkstoffe fassen wir aus Gründen der einfacheren Einnahme in einem Mischpräparat zusammen. Die Komponenten sind u.a. EGCG (Grüntee), SAMe, Resveratrol, MSM, Quercetin etc.

Im Akutstadium ist häufig eine Infusionsbehandlung sinnvoll. Die Kombination mit der Vitalfeldtherapie hat sich als sehr effektiv bewährt.

Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht

Mit dieser Methode haben wir Erfahrung seit 2010. Im Oktober 2017 wurde diese erfolgreiche Methode noch bekannter, als das Buch zur Methode „die Arthrose Lüge“ auf Anhieb an die Spitze der Bestsellerliste für Sachbücher kam. Im Zentrum steht die Behandlung des Muskel-Sehnen-Faszien-Apparates. Eine Studie an der deutschen Sporthochschule in Köln konnte eindrucksvoll zeigen, dass die Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht erfolgreich Schmerzen beseitigen kann, und zwar unabhängig davon, ob strukturelle Schädigungen wie Bandscheibenvorfälle oder Arthrose vorhanden sind oder nicht. Mittlerweile findet diese Methode auch im Spitzensport Anwendung. Sie ist für Patienten jeden Alters geeignet.

Bei der LnB Painless Ausbildung Sept. 2011 für Klaus Eder und das Eden Reha Team

Bei der LnB Painless Ausbildung Sept. 2011 für Klaus Eder und das Eden Reha Team

Die Therapie besteht aus zwei Komponenten:

  • Schmerzpunktpressur: Durch die Schmerzpunktpressur nach Liebscher und Bracht wird mit einer bis dahin nicht gekannten Effizienz die muskuläre Fehlspannung gelöscht. Über 90 % der Patienten erfahren bereits in der ersten Sitzung eine deutliche Schmerzreduktion von 70 – 100%.
  • Engpassdehnungen: Die speziellen Engpaßdehnungen nach Liebscher und Bracht führen zu einer Normalisierung des muskulären Gleichgewichtes. So bleiben Sie dauerhaft schmerzfrei.
Milieutherapie

Bei chronischen Schmerzen besteht sehr häufig eine Übersäuerung des Zwischenzellgewebes (extrazelluläre Matrix). Die Ursachen hierfür sind: eine Schädigung der Mitochondrien, Fehlernährung, Bewegungsmangel (auch schmerzbedingt), Schmerzmedikamente und die Aktivierung der Entzündungskaskade und der zentralen Stressachse durch den Schmerz. In der extrazellulären Matrix liegen die Schmerzrezeptoren. Bei Übersäuerung sind diese um ein Vielfaches empfindlicher und Schmerz wird signifikant stärker empfunden.

Zur Entsäuerung der extrazellulären Matrix, Regeneration der Mitochondrien und Wiederherstellung der physiologischen Zellatmung setzen wir folgende Substanzen ein:

  • ProcCluster: (s. o.). Neben ihrem stark entzündungshemmenden Effekt führt diese Infusion zu einer Entsäuerung der extrazellulären Matrix und ist daher gerade zu Beginn einer Schmerztherapie sehr hilfreich.
  • Dichloracetat (DCA): Diese Substanz ist in der Lage, das bei einer Schädigung der Mitochondrien vermehrt durch Zuckervergärung anfallende Pyruvat wieder über die Aktivierung der PDH (Pyruvatdehydrogenase) in die Mitochondrien und dadurch in die Atmungskette (Energiegewinnung durch Verbrennung von Glucose unter Verbrauch von Sauerstoff) einzuschleusen. Durch das „Recycling“ von Pyruvat in den Mitochondrien wird dieses nicht zu Laktat abgebaut. Dadurch fällt kein Laktat (Milchsäure) mehr an. Der „Säurehahn wird zugedreht“.
  • Germanium: Im sauren Milieu liegen vermehrt H+ Ionen vor. Diese verbinden sich mit den Sauerstoffatomen des organischen Germaniums, was zu einer Entsäuerung der extrazellulären Matrix führt.

Grundvoraussetzung für eine Verbesserung des Milieus ist eine Ernährungsumstellung. Siehe hierzu das Kapitel „Ernährungsmedizin“.

Neuraltherapie

Diese Therapieform sehen wir als die Therapie bei Störungen des vegetativen Nervensystems. Wir setzen in der Neuraltherapie als Medikament Procain ein. Eine der zentralen Wirkungen von Procain ist die Unterbrechung der Schmerzleitung, sowohl im Bereich der Schmerzfasern als auch durch Hemmung des mit Stress assoziierten Schenkels des vegetativen Nervensystems (Sympathikus). Procain wird entweder systemisch in Verbindung mit dem Basenpuffer Natriumhydrodencarbonat (ProcCluster oder Procain-Basen-Infusion) infundiert oder lokal in die Haut, in die Muskulatur, an oder in Gefäße sowie an Nerven bzw. Ganglien (Nervenzellknoten) injiziert.

Ein Überblick über die Hauptwirkungen von Procain zeigt, dass Procain nicht nur in der Schmerztherapie ein segensreicher Wirkstoff ist:

  • hemmt Entzündungsprozesse
  • reduziert das Schmerzempfinden
  • fördert die Durchblutung bis ins Kapillarsystem
  • fördert den Lymphabfluss
  • beschleunigt die Wundheilung
  • unterstützt die Entsäuerung
  • unterstützt die Entgiftung
  • hemmt das Krebszellwachstum
  • regeneriert Anti-Krebsgene (z.B. p53)
  • reduziert Streß durch Absenken des Sympathikus
  • unterstützt die parasympathische Aktivität (Voraussetzung der Selbstheilung)
  • hilft bei der Bewältigung psychischer Probleme durch einen „Reset“ des limbischen Systems
  • fördert die Bildung von Serotonin (Glückshormon)
  • fördert die Bildung von Melatonin (Verbesserung der Schlafqualität)
  • regeneriert die Struktur und Funktion des Zwischenzellgewebes (extrazelluläre Matrix), verbessert dadurch alle Stoffwechselprozesse und die interzelluläre Kommunikation

In der Neuraltherapie unterscheidet man die Segmenttherapie und die Störfeldtherapie:

  • Segmenttherapie: Procain wird im betroffenen Körpersegment therapeutisch eingesetzt: Injektionen in die Haut, in muskuläre Triggerpunkte, Bänder, Faszien und Muskelansätze, Gelenke, an Nerven und Ganglien sowie an oder in Blutgefäße
  • Störfeldtherapie: Als Störfeld bezeichnet man eine unterschwellige, nicht wahrnehmbare lokale chronische Entzündung oder einen Reizzustand. Störfelder wirken als sog. neuromodulatorische Trigger, das heißt, der chronische Reizzustand hält eine dauerhafte Aktivierung der Stressachse und der Entzündungskaskade aufrecht. Dies kann zu Störungen oder Symptomen in entfernten Körperregionen führen. Typische Störfelder sind unterschwellige, chronische Entzündungen der Rachen- und Gaumenmandeln, der Nasennebenhöhlen, des Zahn-Kiefer-Bereiches, der Prostata, des gynäkologischen Raums, der Darmschleimhaut und Narben aller Art. Procain beseitigt diese chronischen Entzündungen durch seine starken entzündungshemmenden und neuromodulatorischen Eigenschaften. Der chronische Trigger wird gelöscht, dadurch wird die Regulationsfähigkeit des Organismus verbessert, Symptome können verschwinden.
Vitalfeldtechnologie

Gerade in Kombination mit entzündungshemmenden und entsäuernden Infusionen eignet sich die Vitalfeldtechnologie ideal für die Behandlung chronischer Schmerzen.

Vor allem zu Beginn der Schmerztherapie ist die Toleranz für Injektionen oder eine manuelle Therapie mitunter gering. Meist haben die Patienten auch schon viele Behandlungen aus diesem Bereich ohne Erfolg hinter sich. Bei dieser physikalischen Therapie werden Regulationsstörungen mit elektrischen und elektromagnetischen Frequenzen behandelt.

Es gibt viele eigens für chronische Schmerzen entwickelte Behandlungsprogramme, die eine hervorragende Wirksamkeit haben. Vor allem die elektromagnetische Beeinflussung der Muskelfaszien und der extrazellulären Matrix führt häufig zu einer schnellen Schmerzreduktion.

Bei Schmerzen im Rahmen von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises führt die Frequenztherapie durch eine Hemmung der Entzündungskaskade ebenfalls zu einer Verbesserung der Symptomatik, insbesondere auch bei Schwellung der Gelenke.

HiToP Schmerztherapie

Diese Therapie ist bei akuten Schmerzen (z. B. Distorsion des oberen Sprungelenkes) teilweise schon ein kleines Wunder, aber auch bei hartnäckigen Schmerzen im Bereich der Gelenke oder der Wirbelsäule ist dieses physikalische Verfahren sehr wirkungsvoll. Die bei der HiToP-Therapie zugeführten Wechselströme regen die Zellen, die im Stromfeld liegen, zu feinsten Schwingungen an. Dabei werden die körpereigenen Stoffwechselvorgänge beschleunigt. Dies führt zu einer Aktivierung blockierter Heilverläufe. Durch die Modulation unterschiedlicher Wechselstromfrequenzen zwischen 4.096 und 32.768 Hertz werden die unterschiedlichen Zellstrukturen jeweils optimal stimuliert.

Dies führt zu:

  • einer Beschleunigung der Diffusion (Verteilung)
  • einer Verbesserung der Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen
  • einer Beschleunigung des Abtransportes von Entzündungs- und Schmerzmediatoren sowie von im Gewebe abgelagerten Säuren (z. B. Milchsäure und Harnsäure)
  • der Förderung der Resorption (Aufnahme) von Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (z. B. Blutergüsse, Ödeme)
  • einer Erhöhung der Zellenergie durch eine Vergrößerung und Vermehrung der Mitochondrien (Energiekraftwerke der Zellen).
  • einer Förderung der Regeneration, z. B. nachweislich beschleunigte Knochenheilung durch Aktivierung der Osteoblasten und Beschleunigung der Wundheilung durch erhöhte Zellteilung.

Mit einer speziellen Einstellung ist auch eine äußert effiziente Lymphdrainage möglich.

Adresse

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PRAXISKLINIK DR. GASSMANN
Parkweg 2  •  79244 Münstertal

– bei Freiburg im Breisgau –

Sprechzeiten

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Di + Do + Fr  •  8.30-15.00 Uhr

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